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Cilias phantastischer zoologischer Garten
Cilia de Munniks
phantastischerZoologicher Garten
Der Besuch des Messestandes von Cilia de Munnik gehört zu den positivsten Erlebnissen auf der "Gallery" - Messe in Frankfurt. Betritt jemand diesen Stand, befindet er sich gleich in einer anderen Welt und wird vom Messetrubel weg, in ferne, exotische Gefilde entführt.
Zwischen seltsamen Vögeln, Fischen und Katzentieren schiebt ein imposanter Frosch, der eigentlich, das erkennt man sofort, ein verwandelter Prinz ist, seine goldene Kugel.
Der Besucher nimmt auf einem bequemen Sofa platz, das aus dem gleichen Stoff besteht, wie all jenes phantastische, sympathische Getier, das ihn an diesem Stand begegnet. Betrachtet er nun seinen Sitz genauer, merkt er, daß auch dieser eigentlich ein verwandeltes Tier ist, das ihm seinen Rücken darbietet, damit er sich ein Weilchen darauf ausruhen kann.
Diese Sitzgelegenheit, ebenfalls eine Schöpfung von Cilia de Munnik, ist sehr ansprechend und kommunikativ, denn sie ist für zwei gedacht.
Das Sofa fügt sich also harmonischer in den de Munnikschen Zoo ein . Auch der Schaukelstuhl, mir gegenüber, sieht wie ein Pferd aus.
Cilia de Munnik will mit ihren Arbeiten positive Signale setzen. Mit ihren Skulpturen und Objekten will sie die Menschen in erster Linie erfreuen. Es sind märchenhafte Gestalten, die den Betrachter zurück in seiner Kindheit führen. Voller Unschuld schmiegen sich die Katzengestalten an ihn an. Gelegentlich etwas schelmisch und verschlagen, aber nie gemein. Mit roten Herzchen, bunten Blümchen, optimistisch stimmenden Farben oder dynamisch anmutender Kalligraphie. Die Bilder oder Objekte von Cilia de Munnik versprühen unverstellte Lebensfreude.
Um pfiffige Ideen ist sie dabei nie verlegen. Dies wird besonders deutlich wenn man ihr Atelier in einem kleinen Dorf bei Mönchengladbach, nahe der niederländischen Grenze, besucht. Hier, in einem ehemaligen Bauernhaus, befindet sich ihre Werkstatt. Draht, Acrylfarbe, Dosen mit Klarsichtlack, das sind die Ingredienzen, die sie mit viel Geschick und Geschmack zusammenführt.
Neben den skulpturalen Arbeiten gibt es auch Radierungen, die von der Farbgebung und der der Symbolik ähnlich gestaltet sind wie die dreidimensionalen Objekte.
Cilia de Munnik sieht ihre Kunst in erster Linie als Kunst für's wohnliche Ambiente. Museale Allüren sind der gebürtigen Niederländerin dabei fremd. Sowohl ihre Bilder als auch die Skulpturen verstehen sich als "Kunst für's Leben". Das erlebt man in ihrem Haushalt unmittelbar, denn auch hier tummeln sich fast überall die Geschöpfe ihrer Phantasie.
Die Objekte sollen sich in den Wohnraum integrieren und ein Teil davon werden. Oder in die Landschaft! Auf ihrer Hofmauer hat Cilia de Munnik seit neuestem eine bunte Kuh aufgestellt, die nun die neidvollen Blicke iherer lebendigen Artgenossen auf sich zieht.
Trotz aller Leichtigkeit, die von ihren Arbeiten ausgeht, ist Cilia de Munnik ein sehr nachdenklicher Mensch. Sie hat in Nimwegen Geschichte studiert und über Paul Gaugin diplomiert. Parallel dazu war sie in Essen eingeschrieben und studierte dort Kunst und Textilgestalltung.
Arbeiten von ihr sind nicht nur auf der Messe in Frankfurt, sondern auch bei vielen Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen, nicht nur in Deutschland, auch in anderen europäischen Ländern und sorgar in den USA.
Helmut Orpel, Art Profil 4/99
Der Scherenschnitt wird neu entdeckt
Cilia de Munniks aktuelle Collagen
Mit der Technik des Scherenschnittes hat sich Cilia de Munnik bereits seit längerer Zeit immer wieder auseinandergesetzt. Der Scherenschnitt ist für die zeitgenössische Kunst kein neues Medium, denn wie die zur Zeit im Städel, Frankfurt, stattfindende Ausstellung über die Scherenschnitte von Matisse belegt, wurde diese Technik bereits von ihm sehr intensiv praktiziert. Trotzdem taten sich Sammler und Künstler bisher damit schwer, in Scherenschnitten Kunstwerke zu sehen, was eigentlich schade ist, wie Cilia de Munnik uns mit ihren neuen Arbeiten beweist.
Es gab zwar neben ihren Objekten vorher schon Bilder, aber bei diesen handelte es sich hauptsächlich um Mischtechniken.
Jede künstlerische Technik hat ihre Spezifischen Ausdrucksfrormen. So eignen sich Arbeiten auf Papier besonders gut für das spontane Spiel mit Pinsel, das man bei Cilia de Munniks Mischtechniken sehr eindrucksvoll wahrnehmen kann.
Bei den in der letzten Zeit entstandenen Scherenschnitten verfolgt sie jedoch ein Konzept, das sich von dem der Mischtchniken unterscheidet. Sie gelangte mit dieser Techniken zu zweidimensionalen Objekten, die mit ihren drei dimensionalen Werken stärker harmonieren, weil deren Oberflächen ähnlich wie die der Objekte aufgebaut sind. Genau wie bei diesen ist die Struktur der Scherenschnittcollagen ornamenthaft und der Farbauftrag opak, wohingegender der Mischtechniken transparenter wirkt. Der Scherenschnitt hat Cilia de Munnik mit seinen besonderen Möglichkeiten so inspiriert, dass mittlerweile ganze Serien davon entstanden sind. Dabei ist es ganz offensichtlich, dass auch diese Collagen von der dritten Dimension her verstanden werden sollten und weniger als Tafelbild im eigentlichen Sinn zu sehen sind. Cilia de Munnik macht sich über solche Gestalterischen Zusammenhänge viele Gedanken und wagt diesbezüglich immer wieder neue Experimente. Dass die gebürtige Niederländerin aus der reinen Lebesfreude heraus arbeitet und dabei ihrem ausgeprägten Spieltrieb freien Lauf lässt, spürt man bei jeder einzelnen Arbeit bis in die liebevoll gestalteten Details hinein.
Aber trotz dieses Detailreichtums erzählen die Werke der Künstlerin keine Geschichten, sondern Stehen für sich selbst. Der Betrachter ist eingeladen, seine eigene Fanatasie spielen zu lassen und selbst Geschichten zu erfinden. Vor allem wirken die Arbeiten der Künstlerin durch ihre optimistische Farbigkeit positivauf die Psyche.
Cilia de Munniks Kunst wächst in den Raum hinein und sie verbreitet auf dieseWeise Lebensfreude und Optimismus. Ihr Formenrepertoir erweitert sich ständig mit jeder neuen Schaffensperiode. Aus den Fantastischen Tieen ist zwischenzeitlich ein ganzes Bestiarium geworden. Mittlerweile auch komplette Wunschbäume, die aus drei Stämmen bestehen, vollbesetzt mit Vögeln, Fischen, Katzen und Wünschen.
Womit sich mancher Künstler schwer tut, nämlich mit der Nähe von Kunst und Drsign, Cilia de Munnik hat damit keine Probleme. Ihre Objekte hat sie ganz bewusst für die Lebenswelt geschaffen, in der sie auf diese Weise positive Akzente setzt. Mittlerweile gibt es Objekte von ihr als Möbel sowie Gebrauchskeramik, die mit dem typischen Cilia-de-Munnik-Dekor versehen ist.
Art Profil 1/2003
